2. Aspekt der Achtsamkeit im Yoga: Präsenz

7. Mai 2013

Im Verständnis des Yoga gehören neben den Sinneswahrnehmungen insbesondere die Wahrnehmungen von Körper- und Atemempfindungen zum Hier und Jetzt. Sämtliche mentale Prozesse finden zwar auch im Jetzt statt, aber sie gelten als “Nicht-Hier”! Dabei geht es um erinnerte oder vorgestellte Sinneswahrnehmungen (d.h. auch innere Bilder und Klänge) und alle Fähigkeiten unseres Geistes: Planen, Philosophieren, Analysieren, Erinnern, Bewerten, Nachdenken, Fantasieren etc. Im Yoga als Achtsamkeits-Praxis übt man ein, mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu verweilen. Die Empfindungen, die man dabei wahrnimmt, können sehr unterschiedlich sein: Manchmal sind sie eher “grob”, d.h. man spürt die Empfindung der Dehnung oder Anstrengung in den Muskeln, manchmal recht “subtil”, dann sind sie oft nur noch bildhaft mit Worten beschreibbar: Es entsteht ein Gefühl von “mehr Raum” von “Energie fließt” und ähnliches. Wenn man bemerkt, dass man in Gedanken abdriftet, nimmt man es wahr und kehrt wieder zu den Empfindungen im Hier und Jetzt zurück.

von Isabella Welsch