4. Aspekt der Achtsamkeit im Yoga: Offenheit

17. Mai 2013

Yoga als Achtsamkeits-Praxis bedeutet, in eine innere Haltung von Offenheit zu gehen. Nur dann kannst du wirklich im Hier und Jetzt sein. Die Yoga-Übung, die gestern schwierig war, kann heute immer noch schwierig sein oder auch ganz leicht! Wichtig ist, sich nicht mental einzuzementieren, indem man sich innerlich z.B. bei jeder Vorbeuge vorsagt: “Ich kann nicht gut vorbeugen.” Denn so erstellt man einen Glaubenssatz, der sich mental und körperlich eingraviert. Je öfter man den gleichen Gedanken denkt, umso schwieriger wird es, ihn zu verändern. Du könntest dir stattdessen sagen: “Bis jetzt sind mir Vorbeugen schwer gefallen,” und dir dann überlegen, was du tun könntest, um dich ihnen besser annähern zu können. Beispielsweise kannst du ausprobieren, einige Monate lang nur Vorübungen oder eine ganz einfache Variante zu machen; deutlich länger in der Stellung zu verweilen; sie wesentlich öfter zu wiederholen; sie aus dem Stand statt im Sitzen auszuführen; den Atemrhythmus zu verändern; mit dem Einsatz der Energieverschlüsse (Bandhas) zu arbeiten oder dir die Farben der unteren beiden Chakren zu visualisieren. Wichtig dabei ist, dass du einerseits annimmst, was du im gegenwärtigen Augenblick erfährst, gleichzeitig aber innerlich offen dafür bleibst, dass sich deine Erfahrung jederzeit ändern kann, egal, wann sich diese Veränderung manifestiert.

von Isabella Welsch