5. Aspekt der Achtsamkeit im Yoga: Innehalten

21. Mai 2013

Laut neurobiologischer Forschungen reagieren wir im Erwachsenenalter zu ca. 95% unbewusst in Form automatisch ablaufender Verhaltensmuster und gut verinnerlichter Konditionierungen. Der einzige Weg, um diese Automatismen zu verändern ist innezuhalten, bevor man reagiert. Im Yoga als Achtsamkeits-Praxis ist daher das Tempo unseres Tuns viel langsamer als unser gewohntes Tun im Alltag. Nur im bewussten Innehalten hast du Zeit und Raum, um genau wahrzunehmen, was in dir passiert, körperlich oder mental. Dann kannst du dir in Ruhe überlegen, wie du darauf reagieren möchtest. Vielleicht hast du in einer Yoga-Position eine unangenehme Druckempfindung (z.B. wenn du die Zehen aufstellst und dich dann auf die  Fersen setzt). Was ist deine automatische – innere und äußere – Reaktion auf eine derartige Empfindung? Dich ärgern und sie vermeiden? Dir sagen: “Das schaffe ich!”, die Luft anhalten und dich durchbeißen? In Selbstzweifel verfallen und über deine schlechte körperliche Verfassung klagen? Halte inne und nimm einfach nur wahr, was ist – nämlich eine unangenehme Empfindung, sonst nichts! Übe ein, in keine andere, innere Reaktion zu gehen, außer wahrzunehmen, was ist und dort hinein zu atmen und hinein zu entspannen.

von Isabella Welsch