6. Aspekt der Achtsamkeit im Yoga: Gleichmut

28. Mai 2013

Gleichmut, das kann man nicht oft genug wiederholen, hat nichts mit Gleichgültigkeit oder Emotionslosigkeit zu tun. Gleichmut im Yoga hat aber damit zu tun, sich beim Üben nicht von einer Flut von Emotionen überschwemmen zu lassen, die in Zusammenhang mit Fortschritten, Rückschritten oder Phasen der Stagnation auftauchen können. Beim Yoga als Achtsamkeits-Praxis geht es darum, eine gewisse Gelassenheit in Bezug auf die Erfolge des eigenen Bemühens zu entwickeln. Dazu gehört als erster Schritt, dass man sich gar keine „äußeren“ Ziele setzt, wie z.B. das Erreichen einer bestimmten Endhaltung zu einem bestimmten Zeitpunkt („in drei Monaten werde ich den Kopfstand können“). Vielmehr geht es darum, in jedem Augenblick mit dem zu arbeiten, wozu der Körper bereit ist. Andersrum ist der Gleichmut aber auch nicht so zu verstehen, dass man jegliches Bemühen aufgibt. Es geht ja nicht darum, das Tun aufzugeben, sondern lediglich die Anhaftung an die Früchte des Tuns! Dann kann man sehr viel besser in der eigenen Mitte bleiben, im Alltag genauso wie auf der Yoga-Matte.

von Isabella Welsch