8. Aspekt der Achtsamkeit im Yoga: SEIN statt TUN

11. Juni 2013

Sein statt tun zu predigen mag in unserer heutigen Gesellschaft etwas provokant wirken und vielen von uns mag es so wenig vertraut wirken, dass wir nicht gleich etwas damit anfangen können. In einigen Yoga-Positionen, und zwar vor allem in verschiedenen Sitzhaltungen, geht es im Yoga als Achtsamkeits-Praxis jedoch genau darum: Nichts tun, außer anwesend sein! Der Atem geht von selbst und vielleicht ist irgendwo im Körper eine leichte Dehnung zu spüren. Es geht ums absichtslose Verweilen, die Wirkung der Übung ergibt sich hauptsächlich durch die Dauer des Bleibens. In Haltungen, in denen v.a. die Muskeln von Gesäß und Oberschenkelrückseiten gedehnt werden, fühlt es sich häufig so an, als würde nichts weicher, auch dann nicht, wenn man sich alle Mühe gibt, hinein zu atmen. Hier ist eine Art von Durchhaltevermögen gefragt, die man bei uns auch als „Aussitzen“ bezeichnet. Und dabei geht es nur um eins: Nichts tun außer verweilen, verweilen, und nochmals verweilen.

von Isabella Welsch