Yoga

Mein Yoga-Unterricht (in den laufenden Kursen genauso wie in der Yoga-Ausbildung) basiert auf dem altüberlieferten Hintergrundkonzept des Yoga: dem indischen Fünf-Elemente-Konzept. Auf der Basis dieses Konzepts lasse ich Einflüsse aus verschiedenen Yoga-Stilen zu einem neuen Ganzen zusammenfließen. Man kann darin Anregungen aus den folgenden Yoga-Stilen wiedererkennen, die mich jeweils über längere Strecken besonders geprägt haben (Namen der Begründer jeweils in Klammer):

IYENGAR-YOGA (B.K.S. Iyengar)

Hier habe ich gelernt, anatomisch präzise in den Yoga-Haltungen zu sein, d.h. die Detailarbeit in meinem Unterricht kommt fast zur Gänze von hier. Hier lernte ich auch, kreativ Hilfsmittel aller Art einzusetzen, um die Übungen dem individuellem Bedarf anzupassen. Eine besondere Anpassung für Zeiten der Menstruation oder andere Zeiten von Energielosigkeit ist das regenerative Üben. In diesem Stil wurde mir auch das Wissen um eine große Anzahl von Partnerübungen und manuellen Hilfestellungen bzw. Korrekturen vermittelt, sowie eine sehr innovative Praxis, nämlich Pranayama-Variationen im Liegen.

YOGA DER ENERGIE (Gerard Blitz)

Anna Trökes, die maßgeblich vom Yoga der Energie beeinflusst ist, lehrte mich die Koordination von Atmung und Bewegung bei ganz einfachen Abläufen, regte mich dazu an, mich mit der energetischen Wirkung unterschiedlicher Atemrhythmen auseinanderzusetzen, sowie mir der Bedeutung von Mula Bandha, v.a. in der Pranayama-Praxis, bewusst zu werden.

ASHTANGA-VINYASA-YOGA (Pattabhi Jois)

Dieser Stil war ausschlaggebend dafür, Sonnengruß-Abfolgen in Verbindung mit der Atmung zu einem fixen Bestandteil meiner Praxis zu machen. Ihm verdanke ich auch die Inspiration, das Üben konstant und gleichförmig mit Ujjayi-Atmung zu begleiten, sowie einzelne Haltungen durch Bewegungen miteinander zu verbinden. Hier lernte ich auch die Bedeutung des ruhig fixierten Blicks (Drishti) und der gleichbleibenden Abfolgen kennen, die man über längere Zeiträume wiederholt.

KRIPALU-YOGA (Amrit Desai)

Hier kam ich zum ersten Mal mit der Bedeutung lockernder, kreisförmiger Aufwärmbewegungen in Kontakt. Weiters wurde ich hier mit dem Konzept vertraut gemacht, als Ausgleich zur willentlichen Arbeit auch die Hingabe an den Energiefluss einzuüben: durch das genaue Hinspüren auf die Körperempfindungen in den Haltungen dem nachzugeben, wonach dem Körper gerade zumute ist. Die Arbeit mit dem “Vipassana-Aspekt” in den Asanas schulte mich, wahrzunehmen, was während des Übens auf der psycho-mentalen Ebene passiert.

SHADOW-YOGA (Shandor Remete=Natanaga Zhander)

Shadow-Yoga entstand nach langjährigen Erfahrungen mit Iyengar- und Ashtanga-Vinyasa-Yoga. Darüberhinaus hat sich der Begründer des Shadow-Yoga intensiv mit dem Vermächtnis von Krishnamacharya auseinandergesetzt so wie mit den energetischen Grundprinzipien, die Yoga, Ayurveda, südindischer Tanz und asiatische Kampfkünste gemeinsam haben. Ich lernte hier eine energetisch sehr intensive Übungspraxis kennen durch den Einsatz des vollständigen Uddiyana-Bandha, eine hohe Systematik in den Aufwärmübungen, eine große Anzahl an ungewöhnlichen (Halb)-Hocke-Variationen, sowie eine sehr feinfühlige Verwendung der Arme und Hände.

KALARI-YOGA (Brüder Kumar)

Im Kalari-Yoga gibt es im Unterschied zu den statischen Tierhaltungen anderer Yoga-Stile Tierbewegungen quer durch den Raum. In meinem gewöhnlichen Unterricht bleiben wir allerdings auf der Yoga-Matte, daher fließen lediglich vereinfachte Varianten dieser Bewegungen ein. Im Spezialkurs Kalari-Yoga bewegen wir uns jedoch mit diesen dynamischen Tierbewegungen tatsächlich durch den Raum. Diese Übungsform ist aufgrund der hohen Dynamik ein wesentlich stärkeres Herz-Kreislauftraining als die sonst gängigen Yoga-Übungsweisen.

KUNDALINI-YOGA (Dhirendra Brahmachari)

Kundalini-Yoga ist für die intensive Praxis von forcierten Atemtechniken (v.a. der Blasebalgtechnik “Bhastrika”) bekannt, die das Zwerchfell stark trainieren und Verspannungen in der Atemmuskulatur lösen können. Bei Brahmachari finden wir zusätzlich ein sehr ausgefeiltes und ausgiebiges Set von Aufwärmübungen (sog. “subtilen Yoga-Übungen”), die auf die eigentliche Asana-Praxis vorbereiten.